Typisch Alex

„…Am 26.09. schließen wir unsere Läden ab 15 Uhr und feiern danach gemeinsam im Innenhof des Schiefers unseren Teamspirit. Wir planen ein Grillfest. Oder nennen wir es einfach „Saufen mit Sascha!“ wie Alex das Team mit einer gut gelaunten Videonachricht einlädt. Es sollte ein Abend nur für uns allein sein. Ein Abend, an dem wir uns alle gegenseitig auf die Schulter klopfen und einfach zusammen ein paar Stunden ganz ohne Geschäftsfluss und Arbeitsalltag genießen dürfen.

Es war Alex wichtig, seinem Team diese wohlverdiente Auszeit zu gönnen und er wollte, dass alle Ihre Akkus mal wieder bei gutem Essen und einzigartigem Ambiente aufladen konnten. Dafür hat er sich zusammen mit Tina, Sascha und Marco, den Betriebsleitern, auch ordentlich was einfallen lassen, um seine Schützlinge würdig zu feiern. Das wurde mir ganz deutlich vor unserem letzten Meeting, bei dem wir die Betriebsfeier noch einmal durchgegangen sind, klar.

„Wie wäre es mit einer Nebelmaschine?“, fragte Alex gespannt in die Runde.
„Und wir brauchen auch unbedingt den Scavi&Ray Stand.“
„Ach ja, und denkt bitte an den I LOVE GOSLAR Schriftzug.“

Verwundert wende ich mich während des Meetings an Tina und flüstere ihr zu „Ist das nicht alles ein bisschen … na ja… to much?!“ Tina schmunzelt und lacht mir verschmitzt zu „Nein. Das ist typisch Alex. Für sein Team muss alles perfekt sein. Er will einfach, dass alles passt und sich alle wohlfühlen.“

Auf uns

Es war 17:30 Uhr, als ich im Innenhof des Schiefers angekommen war. Die Sonne ging schon langsam unter und es wehte eine leicht warme Brise, die diesen wundervollen Spätsommertag verabschieden sollte. Ich stand einfach erst einmal nur da und betrachtete das Gesamtbild. Es gab in wirklich jeder Ecke und in jedem Augenwinkel etwas zu bestaunen. Da war zum Beispiel der gut bestückte Bar, die keinerlei Wünsche offen ließ. Von alkoholfreien Erfrischungen, Bier in verschiedensten Ausführungen bis hin zu den feinsten Gin Sorten, die einem natürlich in den passenden Bechern mit der dazugehörigen Frucht oder Gemüsesorte serviert wurden, die Betriebsleiter haben einfach an alles gedacht.

Die Tische waren in zarten weißen Tischdecken gehüllt und auf jedem befand sich ein hübsch arrangiertes Blumenbouquet sowie stimmungsvoll leuchtende Lichter.
Auf der anderen Seite der Location stach mir der lila leuchtende Sekt und Aperitif-Stand ins Auge und ich machte mich auf den Weg, um das ganze Mal von näherem zu betrachten.
Als ich mich dem elegant erscheinendem SCAVI&RAY-Stand näherte, traute ich kaum meinen Augen. Prachtvoll und in Reihe und Glied standen dort auf dem Tresen verschiedenste edle Weine, hochwertiger Prosecco und passend dazu glasklar polierte Gläser. An den Pfeilern des Pavillons schimmerten lila Spots, die ein warmes Ambiente erzeugten und diesen Stand zu etwas Besonderem machten. Während ich einfach dort stand und einzelne Details auf mich wirken ließ, kam Marco von der Seite und stupste mich an. „Bediene Dich ruhig, wir haben noch genügend im Lager!“ lachte er mir zu.

„Hier ist also Selbstbedienung?!“, fragte ich ihn erschrocken. „Na klar, jeder kann sich ganz wie zu Hause fühlen und so viel nehmen, wie er mag …“ erklärte er mir. „Du meinst wohl eher, so viel wie jeder verträgt!“ korrigierte ich ihn und wir beide fingen an zu lachen.

„Ich schaue mal, ob Kevin noch Hilfe benötigt. Er steht schon seit heute Morgen in der Küche und bereitet das Grillbuffet vor. Komm doch mal mit, wir gehen gemeinsam!“
Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und folgte gespannt Marco in die Schiefer Küche. Schon beim Betreten der Küche roch es so unwiderstehlich gut, dass mein Magen sofort zu knurren begann.

Von verschiedensten selbstgemachten Dips bis hin zu Nudelsalat, Gemüse und Dessert. Kevin hat sich bei der Auswahl der einzelnen Leckereien mal wieder selbst übertroffen: Es roch nach mediterranen Gewürzen, frischen Kräutern und nach ganz viel Liebe zum Essen. Ich war mir sicher, dass uns bei diesem Fest mal wieder die kulinarische Genusskeule umhauen wird. Der Nudelsalat wurde mit selbstgemachtem Pesto aus gerösteten Pinienkerne, Parmesan, Olivenöl und gepresstem Rucola verfeinert und schmeckte nach Kurzurlaub in Rimini. Das wusste ich, weil Kevin mir, ohne dass ich ablehnen konnte, eine Gabel zum Probieren vor die Nase hielt. „Probiere mal!“, freute er sich und wendete sich direkt wieder seinem Element zu.

Während ich versuchte die einzelnen Komponenten des Nudelsalats raus zu schmecken und kurz einfach nur diesen Geschmack genießen durfte, schnappten sich Marco und Kevin die einzelnen Schalen und trugen sie raus zum Grillbuffet, wo man von Weitem auch schon Alex erkennen konnte, der bereits am Grill stand und die „Blumenkohl-Bomben“ auf dem Rost wendete. Ich folgte den Beiden und trug einen riesigen Korb frisch gebackenes Brot, die in feine Scheiben geschnitten waren, hinterher. „WOW!“, rief ich Alex zu. „Was ist denn das Leckeres?“ „Das sind unsere Blumenkohl Bomben. Die sind mit knusprigem Bacon ummantelt und schmecken ganz fantastisch!“ Das glaubte ich ihm aufs Wort, ohne vorher probiert zu haben, so schmackhaft wirkten die riesigen „Bacon Wundertüten“ wie Claudia sie nannte, auf mich.

Zeit für ein "Danke"

Es war mittlerweile nach halb sieben und alle Mitarbeiter des Team Gastro Urban waren da, um diesen besonderen Abend zu erleben. Die Stimmung war entspannt und man spürte die deutliche Erleichterung, welche in der Luft lag. Jeder einzelne hat nach dem langen Lockdown von 0 auf 100 wieder Gas gegeben, um den Gästen eine schöne Zeit zu bescheren. Das bombastische Sommergeschäft hat sein Übriges dazu getan. Das Team ist unermüdlich Tag für Tag bis an seine Grenzen gegangen, trotz Corona bedingten Maßnahmen, die den Arbeitsalltag zusätzlich erschwerten.
Keiner hatte so wirklich Zeit, sich wieder an Arbeitsabläufe und geregelten Alltagsrhythmen zu gewöhnen. Es musste einfach jeder Handgriff sitzen – und das tat er auch.

„Mein Team, mein wunderbares! Herzlich willkommen auf unserer Betriebsfeier… Und auf der Geburtstagsparty von David!“ Das gesamte Team von rund 85 Köpfen jubelte und sang David, der an diesem Tag zufällig seinen 38. Geburtstag hatte, ein spontanes Geburtstagsständchen. Man sah David, der den Tränen nah war, an, wie gerührt und dankbar er war.
Alex stand da und erklärte seinem Team smart und locker wie eh und je, weshalb es ihm so wichtig war, dass heute alle da sind.

Er bedankte sich bei seinen Betriebsleitern dafür, dass Sie das Team so wundervoll und auf Augenhöhe im Arbeitsalltag begleiten. Er war dankbar, dass Sie die Läden am Laufen hielten und immer dafür sorgten, dass Alles wie am Schnürchen läuft.
Er bedankte sich bei seinen unglaublich charmanten „Office Mädels“, für ihre zuverlässige und fürsorgliche Arbeit und besonders dankbar war er seiner „Mimi“, die eigentlich Mignon heißt und Alex Assistentin ist, für ihre harte aber doch herzliche Art und dafür, dass Sie jederzeit bestens vorbereitet ist und Alex wirklich den Rücken freihält.

Aber Alex würdigte auch die Künstler hinter den Kulissen, ohne die das Theaterstück auf der Bühne einfach nicht laufen würde.
Er dankte seinem Housekeeping Team für das besondere Extra und dafür, dass Sie auf wirklich jedes Detail achten und seinem Haustechniker Jörg, denn ohne Jörg, liebe Leute, hätten wir schon so manches Mal im Dunklen gesessen!

Zu guter Letzt schaute Alex in 85 Gesichter, schmunzelte kurz und nippte an seinem Glas.
„…Und nun, möchte ich von ganzem Herzen meinen wundervollen Servicekräften und meinen tollen Teams in allen Küchen danken. Ohne euren guten Geschmack und eurem unverwechselbaren Gastgeber-Sinn wären wir heute nicht hier. Ich bin wahnsinnig stolz, dass Ihr mein Team seid. Jeder einzelne, der hier steht, trägt dazu bei, dass wir Goslar und allen Menschen von außerhalb sowie Touristen eine unbeschwerte Zeit schaffen und ihnen das bekannte öffentliche Wohnzimmer sind.
Ich danke Euch! Habt einen schönen Abend, trinkt so viel Ihr könnt, esst und feiert euch selbst…aber bitte demoliert das Schiefer nicht. – Prost!“

Alex hielt sein Glas hoch und alle klatschten. Diese Danksagung war der Energieboost, den alle so sehr gebraucht haben.

Der Abend

Im weiteren Verlauf standen Kevin und Alex höchstpersönlich am Grill und verwöhnten ihr Team mit verschiedensten Steaksorten und weiteren Leckereien.
Während alle gut aßen und sich angeregt unterhielten, mischte ich mich unters Volk und genoss die losgelöste Stimmung. Überall gab es viel zu erzählen und mir wurde mal wieder klar, dass wir und unser Teamspirit besonders sind. Wir alle waren eine große Familie und jeder war für jeden da. Es gab keine Ausgrenzungen und niemand war allein. Egal welche Herkunft, welches Alter oder welches Arbeitsgebiet – wir waren ein Team.
Die Stimmung, das leckere Essen und das schöne Ambiente ließen mich einen Moment achtsam sein. Ich saß mit meinem Teller und einem alkoholfreien Weizen am Rand und sog das Feeling auf. Ich überlegte, wo ich in meinem bisherigen Arbeitsleben schon mal eine solche Wertschätzung erleben durfte aber es fiel mir einfach nicht ein.
Sofort schoss mir Fabienne wieder in den Kopf, die ganz zu Beginn meiner Arbeit hier diesen Satz zu mir sagte: „Das Team ist meine Familie. Wir passen alle aufeinander auf, auch wenn es mal zu Unstimmigkeiten kommt. Am Ende des Tages und wenn es darauf ankommt, halten wir zusammen.“

Ich biss in ein Stück Blumenkohl Bombe und legte mein Handy beiseite, welches ich den ganzen Abend für Bilder und Videos für unsere Social-Media-Kanäle nutzte. Es war für mich an der Zeit zu gehen. Ich packte meine „sieben Sachen“ zusammen und schnappte mir mein Kind, welches von der Heimreise-Idee überhaupt kein bisschen begeistert war. „Mama, ich möchte noch mit den Kindern spielen…“, versicherte er mir.
Alle Eltern hatten ihre Kids mitgebracht und es fühlte sich, auch in dieser Situation, warm und vertraut an. „Wohl eher Familienfest…“, grinste Tina mir zu, die ihre kleine Maus auch mitgebracht hatte.

„Na gut, nur noch 5 Minuten!“ ich setzte mich zu den anderen Kids und Mamas auf die Spieldecke und schmunzelte und dachte an Fabienne „Ja Fabi, du hast mal wieder recht behalten …“